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Lüneburg und Umgebung gleicht wieder einer belagerten Provinz. Wie schon in all den Jahren vorher. Immer wenn ein Atommülltransport anrollt, werden aus der gesamten Republik Polizisten nach Lüneburg und Umgebung beordert. Sie sollen einen Transport sichern, der die heiße Fracht nach Gorleben bringen soll. Ich habe heute auf meinem Spaziergang mit den Hunden etliche normale aber auch jede Menge gepanzerte Polizeifahrzeuge patroullieren gesehen. An exponierten Stellen standen auch Polizeieinsatzkräfte und beobachteten die friedlichen Spaziergänger. An einigen Stellen warteten Absperrgitter auf ihren Einsatz.
Dieses Jahr ist das Verhältnis von Demonstranten zu Polizisten annähernd 1:1, auf jeder Seite etwa 15.000 Menschen, aber die schweigende Mehrheit sitzt zu Hause vor den TV-Geräten und tut nichts! Und weil die schweigende Mehrheit nichts tut, wird es so weitergehen: jedes Jahr wieder! So wie es auch mit der DDR so weitergegangen wäre, wenn die Mehrheit weiter geschwiegen hätte. Die Menschen dort haben aber nicht mehr geschwiegen und sind auf die Straße gegangen. Deshalb gibt es die DDR nicht mehr. Andere Beispiele zu Aufstehen oder Schweigen am 9. November werde ich hier nicht bringen. Das kann sich jeder Leser selbst überlegen.
Die großen internationalen Presseagenturen sind natürlich auch vor Ort und berichten u.a. Folgendes:
Die Polizei in Hitzacker schritt schon vor Eintreffen des Atommülltransports ein: Einsatzkräfte räumten am Sonntag eine Gleisblockade und trieben mit Schlagstöcken nach eigenen Angaben rund 500 Demonstranten auseinander. Die Blockierer hätten sich in einen Wald zurückgezogen. "Es war eine sehr unübersichtliche Situation", sagte ein Sprecher der Polizei. Mehrere Feuer auf den Schienen seien mit Wasserwerfern gelöscht worden. Andere Protestgruppen kündigten an, erst auf die Gleise gehen zu wollen, wenn sich der Zug dem Wendland nähert.
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