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Immer neue Machenschaften werden aufgedeckt. Legal zwar, aber moralisch verwerflich. Jetzt bekommt der scheidende Vorstandschef von ARCANDOR für ein halbes Jahr Arbeit - oder war es Anwesenheit? - 15 Millionen Euro Abfindung. Ganz gönnerhaft will er auf 5 Millionen zugunsten der von Arbeitslosigkeit nach dem Konkurs bedrohten Mitarbeiter verzichten.
Da steht am gleichen Tag in der Zeitung etwas von Kopfprämien, die Krankenhäuser an Ärzte zahlen wenn diese Ihnen Patienten zuschieben. Nicht vergessen darf man auch die Herren Nonnenmacher von der HSH-Nordbank oder Funk von der HypoRealEstate, die inmitten eines Finanztrümmerfeldes die dicke Kohle von Gehalt und Abfindungen ungerührt einstecken während andere wegen einer möglichen Unterschlagung eines Pfandbons von nicht einmal ein Euro fünfzig fristlos entlassen werden und die Gerichte hierzulande das auch noch als rechtens ansehen.
Ich finde ein Gedicht der polnischen Literaturnobelpreisträgerin (1996) Wislawa Szymborska aus dem Band Die große Zahl von 1976 sehr zu diesem Thema passend:
Lob der schlechten Selbsteinschätzung
Der Mäusefalke findet sich wohlgeraten.
Den schwarzen Panther lassen Skrupel kalt.
Piranhas zweifeln nicht am Sinn ihrer Taten.
Die Klapperschlange akzeptiert sich ohne Vorbehalt.
Einen selbstkritischen Schakal gibt es nicht.
Heuschrecke, Alligator, Trichine, alles, was kreucht und schleicht,
lebt, wie es lebt, und ist zufrieden.
Hundert Kilo wiegt das Herz eines Wals,
in anderer Hinsicht ist es leicht.
Es gibt hienieden
auf dem dritten Sonnenplaneten
nichts was tierischer wäre als das reine Gewissen. |
NIKON D40
1/10 sec
f 3.5
Kein Blitz
ISO 200

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